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RePOS – Rekonstruktionen zur Positionierung der Oberschule im Schulsystem

 

Dr. Fabian Dietrich

Institut für Erziehungswissenschaft
Schloßwender Straße 1
30159 Hannover

Telefon: 0511 76217624
Mail: fabian.dietrichiew.phil.uni-hannover.de
Homepage: http://www.iew.phil.uni-hannover.de/fabian_dietrich.html

 

Kurzbeschreibung

Derzeit befindet sich das deutsche Schulsystem in einem grundlegenden Wandel von der traditionellen westdeutschen Dreigliedrigkeit zu einer bereits in den 1990er Jahren in einigen ostdeutschen Bundesländern etablierten und sich nun auch in den meisten westdeutschen Ländern durchsetzenden Zweigliedrigkeit. Aktuell vollzieht Niedersachsen mit der Einführung der Oberschule als neue Schulform diese Entwicklung nach.

Die Einführung der Oberschule bedeutet keineswegs eine komplette Revision der Selektivität des Schulsystems. Jedoch wird diese transformiert, indem die Oberschulen, welche aus bisherigen Haupt- und Realschulen bzw. deren Fusionen hervorgehen, mehrere Bildungsgänge (den der Hauptschule, der Realschule sowie optional die gymnasiale Sekundarstufe I) unter einem Dach vereinen. Inwieweit damit jedoch die Selektivität allein in die Oberschule hineinverlagert wird oder inwieweit sie qua Ausnutzung der in den entsprechenden Vorgaben enthaltenen Handlungsspielräume partiell suspendiert oder relativiert wird, entscheidet sich in der konkreten Ausgestaltung der neuen Schulen.

Gerade vor dem Hintergrund der geringen Vorlaufzeiten bedingt diese Reform für die beteiligten Akteure große Herausforderungen aber auch Gestaltungsspielräume. Dies umso mehr, als dass die entsprechenden amtlichen Vorgaben und bildungspolitischen Verlautbarungen keineswegs genau vorgeben, wie die Gründung der neuen Schulform konkret aussehen soll.

An dieser Stelle setzt das von der Leibniz Universität geförderte RePOS-Projekt an. Zum einen sollen die sich im Zuge der Gründung ergebenden konkreten Herausforderungen nachgezeichnet werden. Zum anderen wird untersucht, wie die jeweiligen Schulleitungen und beteiligten Lehrer/innen die neue Schulform und ihre Tätigkeit in dieser interpretieren: Inwiefern entsteht eine neue sich von den bestehenden Schulformen originär unterscheidende Schulform, inwiefern nähert sie sich dem Modell einer Gemeinschaftsschule an, inwiefern werden die Schulkulturen der Realschule oder der Hauptschule in der Oberschule fortgeschrieben?

Mittels Dokumentenanalysen, problemzentrierten Interviews sowie Unterrichtshospitationen (inkl. Audioaufnahmen der unterrichtlichen Interaktion) wird diese schulkulturelle Positionierung in ihrer Mehrdimensionalität abgebildet sowie - gerade im Zuge des fokussierten Transformationsprozesses zu erwartende - innerschulische Ungleichzeitigkeiten, Divergenzen und Spannungsverhältnisse erfasst. Die im Rahmen der Auswertung eingesetzte Methode der Objektiven Hermeneutik ermöglicht Einblicke in implizite, latente und damit nicht bewusstseinspflichtige Sinnstrukturen, die jenseits der programmatischen Selbstverständnisse und Intentionen der Akteure den Wandlungsprozess der Schulen von Real- und Hauptschulen zu Oberschulen und damit auch deren Verortung im Schulsystem prägen.

Laufzeit

12 Monate